Passerelle Steinen

Im Südschwarzwald trennt der Fluss Wiese die beiden Ortsteile Höllstein und Steinen. Diese sollen durch eine neue Passerelle für Fuß- und Radverkehr trotz zukünftig geplanter Bundesstraßenausbau enger zusammenbracht werden. Die anspruchvollen Planungsrandbedingungen führen zu einer eleganten und technisch herausragenden Tragwerkslösung. Die ca. 250 m lange Brücke führt in einem eleganten Schwung über Fluss und Bundesstraße und wird lediglich auf der Innenseite über girlandenförmige Tragseile an einem zentralen Mast aufgehangen. Die dadurch entstehende Transparenz des Brückentragwerks gliedert sich harmonisch in die örtliche Landschaft ein. Die iSEA Tec zeigte auf, dass selbst bei anspruchsvollen Randbedingungen architektonisch ansprechende Tragwerke realisierbar sind.

EU-normungsfähiges Lastmodell für Brückendynamik

In vielen Fällen sind die neuen Schienenfahrzeugentwicklungen mit gängigen Lastmodellen für dynamische Berechnungen von Eisenbahnbrücken nicht kompatibel. In dieser Hinsicht wird im Auftrag des Eisenbahnbundesamtes im Rahmen des Projektes „Brückendynamik: dynamisches Lastmodell“ ein neuer Ansatz für dynamische Zugeinwirkungen erarbeitet. Dieser soll alle derzeit verkehrenden Fahrzeuge sowie weitestgehend zukünftige Fahrzeugentwicklungen und schnelle Güterzüge abdecken. Die Gründungsgesellschafter der iSEA Tec sind an diesem von der TU Darmstadt geleiteten und in Kooperation mit der KU Leuven sowie mit den österreichischen Kollegen von REVOTEC und AIT Austrian Institute of Technology durchgeführten Projekt maßgeblich beteiligt. Unsere Forschung dient hierbei dem primären Projektziel, ein EU-normungsfähiges Lastmodell für Anwendungen in ganz Europa zur Verfügung zu stellen. 

Bild: Zeidler Architecture / RJC Engineers

Formfindung für die Orang-Utan Landschaft im Zoo Toronto

Eine nicht ganz alltägliche Herausforderung durften wir in Kooperation mit dem Ingenieurbüro RJC Engineers in Kanada in Angriff nehmen. Zur Sicherstellung eines unvergesslichen Zoo-Besuches wurde der bestehende Klettergarten für Orang-Utans überplant. Wir haben das kanadische Ingenieurbüro mit der Formfindung für die Seilkonstruktion unterstützt und dabei die Randbedingungen der Orang-Utan Experten einbezogen. Hierdurch gelingt es, dass die Besucher ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen einen freien Blick auf die atemberaubenden Tiere bekommen. Für das Klettervergnügen stehen freigespannte Seile von einer Länge von bis zu 80 m zur Verfügung.

DEEB-INFRA: Datenbasiertes Extrapolationsmodell zur Ermittlung von realen Betriebslastenzügen für Restlebensdaueranalyse von Eisenbahn-Infrastrukturanlagen

Aktuelle Ansätze zur Ermittlung von Restlebensdauer bestehender Brücken unterliegen großen Unsicherheiten und weisen in der Regel einen stark konservativen Charakter auf, der oft zur Empfehlung verfrühter Instandsetzungen führen kann. Im Forschungsprojekt DEEB-INFRA forschen wir in einem deutsch-österreichischen, von der TU Darmstadt geleiteten Konsortium an einem neuen datenbasierten Verfahren zur verbesserten  Zustandsbewertung von bestehenden Ingenieurbauwerken im Eisenbahnwesen. Das AIT Austrian Institute of Technology und REVOTEC sind die Projektpartner auf der österreichischen Seite. Primäres Projektziel ist es, die Verstärkungsmaßnahmen bzw. den gegebenenfalls notwendigen Neubau zeitlich zu optimieren sowie die Inspektionsintervalle besser zu steuern. Somit könnten erhebliche Kosteneinsparung des Infrastrukturbetreibers erzielt und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Infrastruktur erhöht werden. Das Projekt wird vom Deutschen Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Förderinitiative mFund gefördert. 

Neuartiger Brückenentwurf für die Hansestadt Hamburg

Im Zuge der Planung für den Köhlbrandtunnel werden weitere Ingenieursbauwerke erforderlich. Als ideologischer Ersatz der berühmten Köhlbrandbrücke soll eine Schrägseilbrücke direkt an der Einfahrt in den Tunnel entstehen. Hierzu durfte die iSEA Tec in Kooperation mit dem Ingenieurbüro Ramboll Hamburg einen Entwurf für eine im Grundriss gekrümmte Schrägseilbrücke unterbreiten. Die vorgeschlagene Bauart als einseitige Harfe stellt eine Neuerung im Straßenbrückenbau dar und wird dem besonderen Ort für Brückenbaukunst damit gerecht. 

LGBTQ2+ National Monument in Ottawa

Für das LGBTQ2+ National Monument in Ottawa wurden wir seitens RJC Engineers angefragt einen Vorschlag für einen konstruktiven Entwurf des Tragwerks beizusteuern. Der architektonische Ansatz sieht eine Ringstruktur mit dreiecksförmigen Querschnitt, welche als geneigte Kragstruktur ausgebildet wird, vor. Der von uns vorgeschlagene Tragwerksentwurf ist eine auskragende Ringseilkonstruktion. Die beiden äußeren Druckringe, mit einem Durchmesser von 32 m, folgen streng der kreisrunden Geometrie und wurden aufgrund der Auskragung mit veränderlicher Bauhöhe ausgebildet. Hingegen weist der Zugring eine Ondulation auf, welcher damit auf die besondere Lagerungsart des auskragenden Tragwerkes reagiert. Anhand dieses Ansatzes konnten wir eine filigrane und im Materialaufwand minimierte Tragstruktur aufzeigen.